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  • Die deutsche Mafia..

    Wenn man Mafia hört, denkt man in der Regel an die sizilianischen Familien, an asiatische Triaden, russische und osteuropäische Syndikate, die japanische Yakuza oder gar an die lateinamerikanischen Kartelle. Leider wissen die wenigsten, dass wir auch in Deutschland eine extrem mit der Politik verwobene, nahezu unantastbare Mafia haben. Gewissenlos wird das deutsche Volk betrogen, um sein sauer verdientes Salär gebracht und immer wieder aufs Neue hintergangen. Jeder Einzelne ist betroffen, selbst die eigenen Mitglieder werden konstant ausgebeutet. Keiner kann ihnen entkommen Und der gewiefte Leser ahnt es schon, ich rede von Banken und Versicherungen, sowie deren beängstigenden Vertriebstentakeln.

    [Vorab sei noch gesagt, diese Zeilen sind etwas älter. Daher sind einige Sachen weniger aktuell. Es haben sich Firmennamen, Praktiken, Schulungen, gesetzliche Anforderungen usw. geändert. Ob zum Besseren mögt Ihr dann in Zukunft selber sehen.]

    Die Produkte

    Meine persönlichen Erfahrungen mit diesen Ungeheuern beschränken sich leider nicht nur auf den Beobachtungsposten. Sowohl als Kunde, als auch als Mitarbeiter habe ich ihre brutalen Methoden am eigenen Leib erfahren und tiefe Wunden davongetragen. Meine ersten Kontakte hatte ich schon in der Pubertät, eine Sparanlage von meinem Opa, die ausgezahlt werden sollte, mit Vollendung meines achtzehnten Lebensjahres. Damals begann ich mich zu wundern, trotz der Tatsache, dass im Vergleich mit herkömmlichen Anlagen, diese schon eine bessere war, klafften eklatante Lücken zwischen dem, was mir die Commerzbank zum Achtzehnten auszahlen wollte und dem, was jeder Depp auf NTV sehen konnte. Irgendwie wunderlich, dass ich im Fernsehen etwas von zehn Prozent am Tag hörte, im Jahresschnitt gar plus ein Vielfaches und auf dem Papier 5,5 Prozent Jahresrendite vor Abzug der Kosten standen. 

    Je weiter ich mich damit beschäftigte, umso schockierender wurden die Erkenntnisse.

    Mit dem Sparbuch jährlich bis zu sagenhaften zwei Prozent Zinsen (falls man auch ordentlich Geld eingezahlt hat), aber Inflation und Kosten jährlich zwischen zwei und drei Prozent. Wer ist denn so blöd, sein Geld auf so eine Art anzulegen, fragte ich mich und stellte schockiert fest, das ein Großteil der Anleger Sparbüchern vertraut, also jedes Jahr Geld verschenkt. Sage und schreibe 518 Milliarden (verschiedene Quellen geben sogar über 1.000 Milliarden an) erwirtschaften negative Beträge. Warum gibt mir das keiner?

    Auch Bausparverträge sind eine ähnliche Mogelpackung. Das fängt schon mit der Kostenpauschale von 1,5 Prozent an, man startet also im Minus, die tollen Superzinsen bekommt man, sobald man die Hälfte der Zielsumme hat, dementsprechend hat man vorher deutlich weniger Zinsen. Dazu kommt die Inflation, die auch an Bausparverträgen nicht vorbeigeht und nicht zu vergessen, die jährliche Kostenpauschale. Bleibt eine effektive Verzinsung von fast nichts, die dann aber die Möglichkeit auf Kredite mit niedrigen Kreditzinsen bietet. Super, ich zahl ewig ein und anstatt ich dann eine ordentliche Summe anspare, habe ich nur das was ich eingezahlt habe und darf mir meine mit anderen Anlagen locker möglichen Zinsen leihen, muss also praktisch für mein Geld bezahlen. Oder anders: Hätte man das gleich ordentlich angelegt, hätte man am Ende mehr als Erspartes und Kredit gemeinsam ausmachen. Komisch in dem Zusammenhang ist auch, wie viele glückliche Kunden alleine Schwäbisch Hall laut aktueller Werbung ins Eigenheim brachte. Der Baussparfuchs ist ein Fuchs. Wahnsinn. Dabei liegt die Eigenheimquote in Deutschland nur bei 43 %, bleibt also eine Frage offen und zwar: Was machen die Halsabschneider von den ganzen anderen Bausparfirmen? Wenn der Fuchs so vielen geholfen hat, dann können die anderen, wie LBS und BHW, ja nur negativ gewirtschaftet haben. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass wir europaweit die niedrigste Eigenheimquote aufweisen, aber die meisten Bausparer haben?

    Oder liegt es vielleicht daran, dass viele ihr Haus wieder aufgeben müssen, weil die tierisch clevere Finanzierung doch nur für die Füchse clever ist?

    Hmm, das artet aus. Ich würde schon wieder am liebsten aus Verträgen zitieren und Paragraphen zerrupfen.

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